Glasfaser im Doppelpack – Breitbandkooperationen bringen mehr Anschlüsse

Von Lars Brackschulze

Mitte September hatte die Telekom zum Partnertag in Bonn geladen. Über 30 Partner sind bereits eine Kooperation zum Glasfaserausbau mit der Telekom eingegangen – viele weitere sollen sich noch anschließen. Der Glasfaser-Partnertag stand deshalb ganz im Zeichen von Austausch und Interaktion der aktuellen und potenzieller Partner.

Die Familie der Kooperationspartner für den Glasfaserausbau hat mittlerweile eine respektable Größe erreicht. Neben dem Eigenausbau und dem geförderten Ausbau gewinnt der Ausbau in Kooperationen immer mehr an Bedeutung. In diesem Jahr soll bereits jeder vierte Glasfaser-Anschluss der Telekom über eine Kooperation zustande kommen. Also fast schon Regelgeschäft, könnte man meinen. Dennoch hat jede Kooperation ihre Besonderheiten.

Einerseits lernen wir mit jeder geschlossenen Kooperation dazu und haben mittlerweile einen soliden Grundstock an Erfahrung. Das hilft natürlich bei Vertragsverhandlungen mit potenziellen Partnern. Gleichzeitig ist jede Kooperation auf ihre Art auch einzigartig. Jeder Partner hat seine eigenen Gegebenheiten. Der Aufbau eines guten Vertrauensverhältnisses ist und bleibt der entscheidende Faktor für den Erfolg. Denn die Partnerschaften sind in den allermeisten Fällen auf einen langen Zeitraum angelegt, da müssen sich beide Seiten gegenseitig vertrauen und aufeinander verlassen können.

Neue Partner willkommen 

Gemeinsam mit ihren Partnern ermöglicht die Telekom bundesweit bereits über 650.000 Gebäuden einen Glasfaseranschluss. Dadurch sind mehr als 1,7 Millionen vermarktbare Haushalte entstanden. Und die Familie der Kooperationen soll weiterwachsen. Drei Bereiche der Zusammenarbeit sind entscheidend, damit das gelingen kann: 

  • Technik: Rein technisch müssen beide Seiten festlegen, in welchen Gebieten wollen wir wie viele Haushalte ausbauen? Und mit welcher Technologie wollen wir das erreichen? Machen wir das mit einer Inhouse-Verkabelung, oder ohne?
  • Prozesse: Prozessual ist zu klären, anhand welcher Parameter wir miteinander verhandeln. Wie kommunizieren wir Daten, wie eine Eigentümererklärung? Und wie weiß der Partner eigentlich, dass ein Kunde eine Nachverdichtung haben möchte, wenn der erste Ausbau abgeschlossen ist?
  • Wirtschaftlichkeit: Es muss sich für beide Seite auch kommerziell auszahlen. Beide Partner möchten am Ende des Tages mit dem Projekt erfolgreich sein. Deswegen müssen wir uns natürlich auch kommerziell einigen.

Am Ende muss die Qualität stimmen. Kundinnen und Kunden erwarten, dass Magenta drin steckt, wo Magenta drauf steht.  

Win-Win-Win-Situation auch für die Region Stuttgart

Wenn das gelingt, profitieren alle Beteiligten. Die regionalen Versorger lasten ihre Netze besser aus und die Telekom erhöht ihre Reichweite. Vor allem aber profitieren die Kundinnen und Kunden. Sie stehen bei den Ausbauüberlegungen immer im Mittelpunkt. Im Idealfall entsteht eine Win-Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

In der Gigabit Region Stuttgart sind bereits sechs Stadtwerke eine Kooperation mit der Telekom eingegangen: Bietigheim-Bissingen, Filderstadt, Ludwigsburg, Nürtingen, Sindelfingen und Weinstadt. Im Rahmen dieser kooperativen Zusammenarbeit sollen in der Region bis zum Jahr 2030 ca. 150.000 Haushalte Zugang zu einem Glasfaseranschluss erhalten. Die Zusammenarbeit im Rahmenprogramm schafft dabei eine gute Ausgangsbasis für Verhandlungen mit weiteren potenziellen Partnern. Die Kooperationsfamilie darf auch in der Metropolregion gerne weiter anwachsen.

Video zum Thema am Beispiel Weinstadt: https://www.youtube.com/watch?v=qN_s6YyZDWQ

Lars BrackschulzeLars Brackschulze ist Leiter Plattformkooperationen Telekom Deutschland.